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12.07.2010 | Ortstermin

Ortstermin in der Altenflegeschule Stadtsteinach

ORTSTERMIN SPD-Politiker aus dem Landkreis informieren sich in der Altenpflegeschule Stadtsteinach, die die jüngsten Sparbeschlüsse des Freistaats Bayern hart treffen. Woher das fehlende Geld künftig kommen soll, steht in den Sternen.

Der Sparkurs des Landes und die geplanten Haushaltskürzungen treffen die Atenpflegeschule Stadtsteinach in erheblicher Weise. Schulleiter Peter Johann erwartet rund 100 000 Euro weniger an Zuschüssen pro Jahr. Die SPD Landtagsabgeordnete Inge Aures sowie sozialdemokratische Bürgermeister und Kreisräte aus dem gesamten Landkreis bekundeten bei einem Besuch in der Einrichtung ihre Solidarität und suchten das Gespräch.

SPD-Landtagsabgeordnete Inge Aures (links) sowie zahlreiche SPD-Bürgermeister, Kreisräte und SPD-Bezirksrat Wolfgang Hoderlein (rechts) inormierten sich bei Schulleiter Peter Johann (vorne) aus erster Hand, welche Auswirkungen die Kürzung der freiwilligen Zuwendungen für die Altenpflegeschule Stadtsteinach hat.

Anfang letzten Monats hat Peter Johann von der Altenpflegeschule ein Schreiben des Kultusministeriums bekommen, in dem angekündigt wird, dass 50 Prozent der freiwilligen Zuwendungen gekürzt werden. „Das betrifft Zuwendungen für das Lehrpersonal und die Schüler. Bei 90 Schülern macht das fast 100 000 Euro im Jahr aus“, bringt der Leiter der Altenpflegeschule die alles andere als rosige Zukunftsaussicht auf den Punkt. Wie man diese Mindereinnahmen schultern soll, weiß er noch nicht.
Johann prangert die Situation an. „Was ich bisher gehört habe, sind nur Hinhalteparolen. Ich rechne aber nicht mehr damit, dass die geplanten Kürzungen zurückgenommen werden“, so der Schulleiter. Kosten werden abgewälzt MdL Inge Aures erklärte die Hintergründe: Der Freistaat habe die Zuwendungen für private Schulen, zu denen auch die Altenpflegeschule zählt, von zwölf Millionen auf 10,8 Millionen Euro geschrumpft. Und dieses Geld muss nun eingespart werden.
„Die SPD hat einen Dringlichkeitsantrag gestellt, die Entscheidung sofort zu revidieren und die sich selbst auferlegte Haushaltssperre in diesem Bereich aufzuheben“, sagte Aures. Doch die CSU und FDP haben diesen Dringlichkeitsantrag abgelehnt. Tatsächlich wäre eine Stärkung solcher Ausbildungseinrichtungen von Vorteil, machte der Schulleiter Peter Johann klar. Denn es sind bereits ein Viertel der Altenpfleger in Deutschland über 50 Jahre alt.
Und vor dem Hintergrund, dass die Menschen immer älter werden, sei es wichtig, dass viele junge Menschen in diesem Beruf ausgebildet werden. Pflegekraftmangel mit ausländischen Kräften zu kompensieren, davon hält der Schulleiter Peter Johann in der Praxis gar nichts. Denn adäquate, menschenwürdige Pflege setze voraus, dass die Pflegekräfte die Sprache der Pflegebedürftigen sprechen. Nur so können sie auch den gesetzlichen Anforderungen genüge tun.
Bislang allerdings wirke sich die Diskussion um die Zukunft noch nicht auf die Anmeldungszahlen aus, sagte Johann. „Es wird sicher so sein, dass der Träger der Altenpflegeschule dann irgendwann die Kosten, die nun nicht mehr gedeckt werden, auffangen muss. Die Kosten werden wieder abgewälzt“, kommentierte Bezirksrat Wolfgang Hoderlein die politische Entwicklung.
Beim SPD-Ortstermin, bei dem auch der Stadtsteinacher Bürgermeister Roland Wolfrum zugegen war, sagte die SPD ihre Unterstützung zu. In einem Rundgang durch die Schule zeigte Schulleiter Johann die Einrichtung. Anschließend informierte sich die SPD über die Hochwasserfreilegung.
(Quelle: BR/so vom 7. Juli 2010)