
Wie aus der Bayerischen Kriminalstatistik 2009 hervorgeht, ist der Freistaat Bayern nach wie vor das sicherste Bundesland. Die Kulmbacher Landtagsabgeordnete Inge Aures, Mitglied des Ausschusses für Kommunale Fragen und Innere Sicherheit, bedankt sich in diesem Zusammenhang ausdrücklich bei den Polizeibeamten, welche laut Aures „trotz schwieriger Umstände eine hervorragende Arbeit leisten“.
Die zweifellos vorhandenen Erfolge bei der Verfolgung und Aufklärung von Straftaten dürften nach Ansicht von Aures aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es gerade im Bereich der Jugendkriminalität eine schwierige Entwicklung gebe. Wie die polizeiliche Kriminalstatistik 2009 eindeutig belegt, trägt gerade der Alkoholkonsum bei Jugendlichen immer häufiger zu Straftaten bei. So stand jeder sechste jugendliche Straftäter in Bayern im Jahr 2009 unter Alkoholeinfluss, und bei den Gewalttaten waren es sogar 28%.
Aures lobt in diesem Zusammenhang die zahlreichen Präventionsprogramme, welche im Landkreis Kulmbach bereits laufen oder initiiert wurden. So etwa die Teilnahme am durch das Bundesgesundheitsministerium geförderten Programm „HaLT – Hart am Limit“, welches noch im Laufe des Jahres 2010 starten wird. Denn die erst kürzlich vom Kulmbacher Polizeichef Gerhard Renk veröffentlichten Zahlen stimmen nachdenklich: Demnach wurde im Jahr 2009 jede fünfte Straftat, welche von Jugendlichen im Landkreis Kulmbach begangen wurden, unter Alkoholeinfluss verübt. Noch schlimmer bei den Körperverletzungen: Hier waren fast 40% der jugendlichen Täter alkoholisiert.
Für Inge Aures ist es deshalb eine wichtige Aufgabe der Landespolitik, neben der Aufklärungsarbeit den Jugendlichen auch den Zugang zu Alkohol zu erschweren: „Natürlich wollen wir in erster Linie die jungen Menschen besser über die gesundheitlichen Risiken aufklären, um sie zu schützen. Unser Ziel muss es aber auch sein, alkoholbeeinflussten Straftaten im öffentlichen Raum während der Nachtzeit entgegenzutreten.“ Die SPD-Landtagsfraktion schlägt daher ein Verkaufsverbot von Alkohol vor in der Zeit von 22.00 Uhr in der Nacht bis 6.00 Uhr am Morgen an Verkaufsstellen, die in dieser Zeit üblicherweise geöffnet sind, wie Tankstellen, Kiosken und Bahnhöfen.