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26.01.2010 | Bildungspolitik:

„Gymnasiale Oberstufe muss schnellstens auf den Prüfstand“

MdL Inge Aures: Probleme des Q11 schmälern Chancen auf vernünftige Schulabschlüsse / Staatsregierung muss als Sofortmaßname unter anderem mehr Lehrer einstellen

Im Zuge der anhaltenden Diskussion um die neue gymnasiale Oberstufe fordert die Kulmbacher SPD-Landtagsabgeordnete Inge Aures Sofortmaßnahmen der bayerischen Staatsregierung. Es sei inakzeptabel, so Aures, dass die CSU/FDP Regierung den Reformbedarf an der Oberstufe leugnet und somit Schüler, Lehrer und Eltern als Versuchskaninchen für die reformierte Oberstufe missbraucht werden.

Aures: „Es geht hier ja nicht um irgendwelche „Kinderkrankheiten“, die man irgendwann abstellen kann. Fakt ist: Mit jedem Tag verschlechtern sich die Bildungschancen der Schüler und Schülerinnen in der reformierten gymnasialen Oberstufe auf einen guten Schulabschluss, und deshalb muss die Staatsregierung hier Sofortmaßnahmen ergreifen und entschlossen gegensteuern.“

Als solche sofortigen Maßnahmen fordert Aures die unverzügliche Erstellung von realistischen Musterabituraufgaben für den ersten Abiturjahrgang im G8. Diese Aufgaben müssen veröffentlicht werden, und abiturrelevante Lehrplaninhalte müssen sofort und unverbindlich festgelegt werden. Des Weiteren sei zu berücksichtigen, dass die Schüler des G8 in der Oberstufe Neuland betreten. Keinesfalls könnten die Leistungen mit dem G9 Niveau, zum Beispiel mit dem bisherigen System der Grund- und Leistungskurse, verglichen werden.

Aber auch die Rahmenbedingungen müssten laut Aures endlich geändert werden: „Es kann doch nicht sein, dass wir hier über Unterrichtsausfall und zu große Klassen diskutieren, und gleichzeitig wird zu diesem Halbjahr fast die Hälfte aller hervorragend ausgebildeten Referendare nicht übernommen. Das passt nicht zusammen.“

Mit sofortigen Maßnahmen könne man zumindest garantieren, dass die jetzige Schülergeneration in der Oberstufe nicht massiv benachteiligt wird. Langfristige Verbesserungen erhofft sich Aures aber nur von grundlegenden Korrekturen: „Die Sofortmaßnahmen müssen noch in diesem Schuljahr ergriffen werden, um Belastungen abzufedern. Grundsätzlich aber muss die gesamt Oberstufenorganisation auf den Prüfstand."